Wer nur deutsche Leitmedien konsumiert, zumal öffentlich-rechtliche, bekommt meist ein recht einseitiges Bild über Ungarn gezeichnet. Der böse Orban ist nun weg und nun alles gut bzw. besser. Doch die Wahrheit ist nicht nur viel komplizierter, sie ist teilweise auch erschreckend. Denn der neue Regierungschef Peter Magyar scheint jovialer im Umgang, seine Politik unterscheidet sich aber kaum von der seines Vorgängern. Auch er lässt nun reihenweise politische Gegner abservieren und schreckt sogar nicht davor zurück, den gewählten Staatspräsidenten durch eine Verfassungsänderung auszutauschen. Magyar ist deutlich jünger als Orban, aber die restriktive Migrationspolitik wird er genauso fortführen, wie er den EU-Beitritt der Ukraine blockieren wird und weiterhin russische Energie bezieht. Der einzige Unterschied: Die EU ist auf seiner Seite und klatscht (noch) Beifall, aus welchen Motiven auch immer. Bence Bauer, Direktor des Deutsch-Ungarischen-Instituts für Europäische Zusammenarbeit, sprach mit Alexander Teske, freier Autor des Spiegel-Bestsellers "Inside Tagesschau", über die aktuellen politischen Entwicklungen in Ungarn.